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Zehn-Punkte-Katalog gegen die geplante Mineralstoffdeponie in Döhlen

  1. Durch die Einbringung der Abfälle, von denen ein großer  Teil auch solche sein werden, die als „gefährliche Stoffe“ eingestuft sind, wird eine erhebliche Gefährdung der Gesundheit der Anwohner befürchtet (Atemwegserkrankungen,  Allergien oder Krebserkrankungen durch Stäube, verunreinigtes Grundwasser oder sonstige Emissionen) . Von entscheidender Bedeutung ist hierbei  auch, dass angrenzende Flächen als stark erosionsgefährdet eingestuft sind und deshalb davon auszugehen ist, dass  Stäube weit verbreiten würden.
     
  2. Das betroffene Gebiet ist durch die Autobahn, die Erdgasproduktion, großflächigem Sandabbau, Massentierhaltung (Schweine und Geflügel) ohnehin  ökologisch stark belastet. Eine weitere, nachhaltige Belastung durch den Betrieb einer Deponie ist ökologisch nicht mehr zu vertreten. Noch vorhandene Populationen von  z.T. auch gefährdeten  Brutvögeln  wie Wachteln, Schwalben, Kiebitz, Rebhuhn, Schnepfen pp. würden wesentlich beeinträchtigt.
     
  3. Der Betrieb der Deponie in unmittelbarer Nähe der Lebensmittelproduktion (Ackerbau, Tierhaltung) birgt ferner die Gefahr, dass gesundheitsgefährdende Stoffe in die Nahrungsmittel  gelangen und somit zu einer Gefahr auch für Menschen werden, die nicht in unmittelbarer Nähe der geplanten Deponie wohnen.
     
  4. Die Genehmigung des Bodenabbaus wurde an die Bedingung der Wiederaufforstung von 13 ha. Wald geknüpft. Diese Maßnahme wäre für die Wiederherstellung des Naturraumes nach jahrelangem Raubbau  auch unbedingt notwendig. Entgegen diesen Genehmigungsbedingungen soll nun über einen Zeitraum von 18 Jahren eine Deponie betrieben werden, was zur Folge hätte, dass dieses Gebiet ökologisch weiteren erheblichen Schaden nimmt. Die nun in diesem Genehmigungsverfahren vom Antragsteller vorgeschlagenen Kompensationsmaßnahmen sind völlig unzureichend und ungeeignet.
     
  5. Der Betrieb einer solchen Deponie würde zudem  zwangsläufig zu einem erheblichen wirtschaftlichen Schaden aller Anlieger führen:  Durch Feinstäube und Stäube belastete Äcker in unmittelbarer Nähe einer Deponie  würden  erheblich an Wert verlieren bzw. wären gar nicht mehr zu veräußern. Gleiches gilt für die Wohnbebauung in den umliegenden Ortschaften. Wer wohnt denn schon freiwillig in der Nähe einer Deponie?
     
  6. Eine reine Sandgrube dieser Art eignet sich nicht für den  Betrieb einer solchen Deponie, da sie im Falle von Leckagen ein ungehindertes Eindringen des belasteten Sickerwassers in den Grundwasserkreislauf zur Folge hätte – anders als in mächtigen reinen Lehm- oder Tonböden, die zumindest in Ansätzen als Auffangwanne für Leckagewasser fungieren könnten. Es wird deshalb erwartet, nach anderen, geeigneteren Standorten Ausschau zu halten.
     
  7. Die anfallenden Sickerwässer sollen abtransportiert werden. Wir bezweifeln zum einen die ausreichenden Kapazitäten bei Starkregen sowie die Gewährleistung des Abtransportes, was dann zwangsläufig zu einer erheblichen Gefahr für das in nur 500m Entfernung liegende Trinkwasservorranggebiet  bedeuten würde.  Außerdem führt dies  Verfahren neben der eigentlichen Zulieferung im Übrigen auch zu einer enormen zusätzliche Belastung durch Schwerverkehr.
     
  8. Es besteht die Gefahr, dass neben den Stoffen, die eingelagert werden dürfen, auch andere, gefährlichere  Stoffe eingelagert werden, zumal eine behördliche Kontrolle des privaten Betreibers nicht ausnahmslos sichergestellt sein wird. Die Folgen könnten dramatisch sein, insbesondere auch im Falle einer möglichen Insolvenz des Betreibers. An der Zuverlässigkeit des Betreibers bestehen auch schon jetzt erhebliche Zweifel, da es bereits zu bußgeldbewährten Verstößen beim Sandabbau gekommen ist.
     
  9. Der Bedarf zur Errichtung der Deponie wurde bislang nicht nachgewiesen. Auch gemäß Abfallwirtschaftsplan des MU besteht derzeit keine Notwendigkeit für die Errichtung einer solchen Anlage, zumal in der Region ausreichend Deponieraum  der Klasse II vorhanden ist.
     
  10. Zudem  würden sich durch die Errichtung der Deponie erhebliche Beeinträchtigungen  für den Betrieb der Windenergieanlagen ergeben, das Landschaftsbild  würde durch eine 12 Meter hohe Deponie verschandelt.

 

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